Abstract
Anlässlich der Gemeindewahlen im Mai 2025 hat das Institut für Public Management die programmatischen Erklärungen der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Autonomen Provinz Bozen für die Amtsperiode 2025–2030 analysiert.
Ziel war es zu untersuchen, welche politischen Schwerpunkte gesetzt werden, wie Gemeinden auf zentrale gesellschaftliche Herausforderungen reagieren, wie konkret Ziele auf Gemeindeebene formuliert sind und inwieweit die programmatischen Erklärungen als strategisches Steuerungs- und Rechenschaftsinstrument wirken.
Inhaltlich konzentrieren sich die programmatischen Erklärungen stark auf klassische Aufgabenbereiche der Gemeinden, die häufig in direktem Zusammenhang mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen stehen. Besonders häufig thematisiert werden Mobilität, öffentliche Infrastruktur und Versorgung, Familien-, Kinder-, Jugend- und Seniorenpolitik im Kontext demografischer Veränderungen sowie Raumordnung und Wohnen vor dem Hintergrund steigender Wohnkosten und Flächendrucks. Strategisch ausgerichtete Querschnittsthemen wie Übergemeindliche Zusammenarbeit, Umwelt- und Klimaschutz oder Finanzplanung sind hingegen deutlich schwächer vertreten. Insgesamt zeigt sich eine Orientierung an lokal sichtbaren und kurzfristig wirksamen Antworten auf gesellschaftliche Problemlagen, während langfristige, koordinierende und strukturelle Lösungsansätze in den Hintergrund treten.