Abstract
Im Frühjahr 2021 führte die Forschungsgruppe des Projektes „Sprachenvielfalt macht Schule“(SMS 2.0)1 eine Studie mit dem Titel „Mehrsprachigkeit: didaktische Aktivitäten“ durch. Die Hauptziele bestanden darin, die Mehrsprachigkeit des Lehrpersonals in Südtirol zu verstehen sowie einen umfassenden Einblick in die mehrsprachigen Unterrichtsaktivitäten zu erhalten, die an den Schulen von Lehrkräften eingesetzt werden und dabei auch die sprachliche Vielfalt ihrer Klassen berücksichtigen. Außerdem sollten jene Bereiche ermittelt werden, in denen Lehrpersonen das Gefühl haben, weitere Unterstützung zu benötigen. Zudem wollte die Studie beleuchten, welchen Einfluss die Covid-19-Pandemie auf die Förderung der sprachlichen Vielfalt und die Mehrsprachigkeitsdidaktik an Südtiroler Schulen hatte. Die Forschungsinitiative von 2021 ist, obwohl von wesentlichen methodologischen Unterschieden gekennzeichnet, analog zu jener, die 2012 zu Beginn der ersten Phase des Projekts SMS2 durchgeführt wurde. Doch während in der damaligen Studie vor allem die Schüler*innen und nur in geringerem Maße das Lehrpersonal, die Schulführungskräfte und die Eltern im Mittelpunkt standen, bilden bei der aktuellen Erhebung die Lehrkräfte den Schwerpunkt des Forschungsinteresses.
Die vorliegende Studie bereichert die Forschungslandschaft zum Umgang mit sprachlicher Vielfalt in Schulen über die Grenzen Südtirols hinaus auch auf nationaler und europäischer Ebene. Der Bericht zeigt, wie Mehrsprachigkeit an den Schulen einer Provinz angegangen und gefördert wird, in der sie – sowohl aus strategischen als auch aus historischen Gründen – als grundlegender Bestandteil des sozialen und beruflichen Lebens angesehen wird.