Abstract
Das EuregioLab ist ein temporärer ThinkTank für die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino und fand 2018 zum fünften Mal statt. Der Beirat der Tiroltage des Europäischen Forums Alpbach beschließt jährlich ein Thema, zu dem über 20 Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aus der gesamten Europaregion eingeladen werden. Sie erstellen einen Ideenkatalog, der im Zuge der Tiroltage in Alpbach einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und mit den drei Landeshauptleuten diskutiert wird. Das EuregioLab 2018 zum Thema „Naturgefahren und Biodiversitätsmanagement“ stand unter der inhaltlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Ulrike Tappeiner und Dr. Andreas Töchterle und wurde in Kooperation mit dem Büro der Europaregion und dem Europäischen Forum Alpbach organisiert. Unterstützt wurde es zudem von den Universitäten Innsbruck, Bozen und Trient sowie von der Medizinischen Universität Innsbruck, der Eurac Research und dem MCI Management Center Innsbruck. In mehreren Arbeitstreffen wurden Arbeitspapiere erstellt, die anschließend in diesem Thesenpapier zusammengefasst wurden. Das EuregioLab 2018 hat sich ausgehend von einer Auftaktveranstaltung im Dezember 2017 an der Universität Innsbruck folgender Frage gewidmet: Wie wirken sich Veränderungen im Klima und der Landnutzung auf das Naturgefahrenpotential aus? Welche Rolle spielen die Biodiversität und die Resilienz von Ökosystemen für das Naturgefahrenmanagement? Welche Herausforderungen ergeben sich dadurch für Gesellschaft und Politik? Welche Strategien und Maßnahmen sollten dringend ergriffen werden, um einen stärkeren Dialog zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – zwischen Fachleuten und Praktiker*innen innerhalb der Europaregion zu forcieren, best practice Beispiele übertragbar zu machen, den Umgang mit größeren Unsicherheiten sowie einem immer vorhandenen Restrisiko zu kommunizieren und vor allem gemeinsame Politiken umzusetzen? Der Schwerpunkt der behandelten Naturgefahren lag auf geogenen Gefahren, Hochwasser und Muren, wogegen Erdbeben nicht berücksichtigt wurden.