Abstract
Die Beobachtungsstellen für nachhaltigen Tourismus haben es in der Covid-19-Pandemie geschafft, ihre Rolle als Tourismus-Informationstool zu stärken. Sie waren in der Lage, kurz-, mittel- und langfristige Entwicklungen in Destinationen zu erfassen und zu bewerten sowie politische Maßnahmen für eine nachhaltige Zukunft des Tourismus zu unterstützen. Die Pandemiejahre mit all ihren Schwierigkeiten stellen ein Vakuum dar, in welchem Destinationen die Möglichkeit hatten, ihre Entwicklung ungestört vom Tagesgeschäft zu überdenken. Die Autonome Provinz Bozen – Südtirol hat die Zeit des Lockdowns genutzt, um ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit im Tourismus zu stärken und ein Programm für Zertifizierungen nach internationalen Standards zu erstellen. Die Krise wurde also auch als eine Chance wahrgenommen, um wichtige, für einen zukunftsfähigen Tourismus notwendige Entscheidungen zu treffen.
Die Beobachtungsstelle für nachhaltigen Tourismus in Südtirol (STOST) hat im dritten Jahr ihrer Tätigkeit diesen Prozess der Neupositionierung auf mehrfache Weise unterstützt. Neben der regelmäßigen und zeitnahen Beobachtung von dreizehn Schlüsselbereichen wurden drei Umfragen durchgeführt, um die Erholungsphase zu untersuchen und zu evaluieren. Dadurch wurde ein ganzheitliches Verständnis der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, sowohl aus wirtschaftlicher Sicht als auch in Bezug auf Produkt- und Prozessinnovation in Beherbergungs- und Gastbetrieben, möglich. Darüber hinaus konnten Veränderungen aufseiten der Gäste identifiziert werden – diese waren in Bezug auf ihre Herkunft weniger international und stärker an Outdoor-Aktivitäten interessiert. Der Tourismus verändert sich und das Hauptziel des STOST besteht darin, diese neuen Phänomene und Erscheinungsformen zu verstehen und die Entwicklung evidenzbasierter politischer Maßnahmen zu unterstützen.