Abstract
Das konkrete Ziel der Studie ist die Erfassung des Status quo des Umgangs mit Überlastfällen in den verschiedenen Alpenstaaten und -regionen in Bezug auf die Naturgefahren Hochwasser, Wildbachgefahren, Lawinen, Felsstürze und Rutschungen. Darüber hinaus enthält sie eine Zusammenstellung von bewährten Beispielen aus der Praxis zum Umgang und Management der entsprechenden Risiken. Schließlich werden Empfehlungen für zukünftige Maßnahmen gegeben, die darauf abzielen den Umgang mit dem Restrisiko und Überlastfall in den Alpen zu verbessern.
Die vorliegenden Erkenntnisse gehen aus vier methodologischen Arbeitsschritten hervor, nämlich (I) Literatur-Recherche, (II) Online-Fragebogen, (III) Experteninterviews und (IV) Auswertung der gesammelten Daten sowie Ausarbeitung von Empfehlungen.
Ein wichtiges Ergebnis des vorliegenden Berichts ist das unterschiedliche Verständnis von Konzept und Terminologie des Restrisikos und Überlastfalls in den verschiedenen Ländern (Österreich, Italien, Schweiz, Slowenien, Deutschland, Frankreich und Liechtenstein).Die Art und Weise, in der (Rest-) Risiken gemanagt werden, die Verfahren zur Bestimmung der Schutzziele sowie der Umfang und die Art der am Prozess der Risiko-Governance beteiligten Akteure zeigen ein breites Spektrum möglicher Vorgehensweisen. Trotz dieser Unterschiede hat die Mehrzahl der befragten Fachleute betont, dass der Übergang von einem traditionellen Ansatz der Risikobewältigung zu einem integralen Risikomanagement (IRM) eine anerkannte Notwendigkeit ist, der in den jeweiligen Ländern Rechnung getragen wird. Ferner besteht ein allgemeines Einvernehmen darüber, dass vereinheitliche Definitionen und ein einvernehmliches Verständnis der Begriffe „Überlastfall“ und „Restrisiko“ die harmonisierte und angeglichene Risiko-Governance im Alpenraum begünstigen würde.