Abstract
In einem breit angelegten Forschungsprojekt arbeitet Ulrike Loch, Professorin für Soziologie an der Fakultät für Bildungswissenschaften der unibz, fünf Jahrzehnte systematischer Misshandlung und Stigmatisierung von Kindern und Jugendlichen in heilpädagogischen Institutionen in Kärnten auf. Am vergangenen Wochenende wurde sie dafür mit dem Kärntner Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Die Professorin der Freien Universität Bozen, die 2018 von der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt an die Fakultät für Bildungswissenschaften berufen worden war, arbeitet darin die jahrzehntelange systematische Stigmatisierung, Pathologisierung und sexuelle Misshandlung von Kindern und Jugendlichen an der Heilpädagogischen Abteilung des Landeskrankenhaus Klagenfurt und im Landesjugendheim Rosental wissenschaftlich auf. Dieses dunkle Kapitel der österreichischen Medizin- und Sozialgeschichte rund um den langjährigen Universitätsprofessor (Wien, Klagenfurt) und Primar der Heilpädagogischen Abteilung des Landeskrankenhaus Klagenfurt Franz Wurst wurde in Kärnten erst in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt aufgedeckt. "Das Ziel unseres Forschungsprojektes ist es, wissenschaf tlich aufzuarbeiten, wie es möglich war, dass Franz Wurst und andere Fachkräf te über Jahrzehnte strukturelle und sexualisierte Gewalt in beiden Institutionen ausüben konnten, ohne dass dies hinreichend ins Bewusstsein der Verantwortlichen rückte und zu kinderschützenden Maßnahmen führte", erklärt Prof.in Ulrike Loch.