Abstract
Paul Videsott WORTSCHATZERWEITERUNGIM LADIN DOLOMITAN 0 Stimedes signoures, stimés signours, cialan al davegn ti consiova Max Aschenbrenner bele dl 1972 ai Ladins dies Dolomites da chir per i medems problems les medemes soluzions y da se lascé daidé dai Romane di Grijons. 2) El pensova dantadut al problem di neologisms ti ladin, problem che n perd nia de sia atualité-gnatica aldidancuei, n chert de secul dedd. Ma entratant la creazion di doi lingac tet "Rumantsch Grischun (RG)" y 11 Ladin Dolomitan (LD)" y la fondazion de does istituzions che se d j souraldut con la formazion de neologisms ("Post da RG" y "SPELL") crié dut d'autres condizions-cotan mioures-per la formazion y la defujion de paroles nueves ti idioms ladins. N valgunes esperienzes fora di laour di SPELL che taca adum con chesta problematica volessi sen. Ves presenté. 1. Die Ausgangslage Als eine der großen "Schwächen" des Dolomitenladinischen wird zu Recht-neben der kleinen Sprecheranzahl, der relativ kurzen Schreibtradition usw. (vgl. Schmid 1989, 4)-das Fehlen einer gemeinsamen "Dachsprache" (vgl. Goebl 1992) oder "Schriftsprache" (vgl. Schmid 1989) angegeben. Diese Zersplitterung in-je nach Zähl weise-5, 8 oder mehr Talmundarten wirkte sich auch auf die Wortschatzerweiterung aus: sie verstärkte die bei Minderheitensprachen übliche Entlehnung (vgl. Gsell 1991, 181), während die Wortbildung selbst ein Schatten¬ dasein führte. Von der schrittweisen Einführung der Standardsprache Ladin Dolomitan erhofft man sich deswegen u.a. auch: a) eine Revitalisierung der ladinischen Wortbildung bei gleichzeitigem Rück¬ gang der Entlehnungen; b) daß die Entlehnungen selbst-ohne die keine Sprache auskommen kann-zumindest in allen ladinischen Idiomen formal einheitlich übernommen werden. Im folgenden möchte ich-ausgehend von den derzeitigen praktischen Problemen der ladinischen Wortbildung (die theoretischen werden von Siller-1) Erweiterte Fassung eines am 23. Juni 1995 auf freundliche Einladung von Dr. Valentin Vincenz in Zürich gehaltenen Vortrages. Für das Lesen des Manu¬ skriptes und für freundliche Hinweise möchte ich mich bei Frau Univ.-Prof. Maria Iliescu und Herrn Dr. Lois Craffonara bedanken. 2) Vgl. Aschenbrenner (1972,127): "Leich¬ ter wird diese Prüfung [gemeint ist die Wortbildung] zu bestehen sein, wenn die einzelnen zentralladinischen Dialekte unter Wahrung ihrer Eigenständigkeit für gemeinsame Probleme gemeinsame Lösungen suchen. Die Bündnerromanen können mit manchem Ratschlag behilf¬ lich sein." 163