Abstract
Mit den Worten ihrer Mutter „Wir machen einen Ausflug nach Ungarn. Das ist weit, du musst jetzt groß und tapfer sein.“ (Pressler, 2001, S. 31) beginnt für die siebenjährige Malka der „Weg ins Ungewisse“ (Schikorsy, 2001, S. 42), der im Herbst 1943 für eine jüdische Familie in Galizien alles andere als eine Reise ist. Die Erfahrung der Flucht, die auch heute aus politischen, religiösen und wirtschaftlichen Gründen viele Kinder machen müssen, war während des Zweiten Weltkriegs für jüdische Kinder in Europa existentiell. In der zeitgeschichtlichen Kinder- und Jugendliteratur sind die Themen Judenverfolgung und Flucht sehr häufig aufgegriffen worden (vgl. Lange, 2002, S. 465). Aktuelle Beispiele, in denen Kinder alleine umherirren, sind u.a. Lauf, Junge, lauf. von Uri Orlev (2004) und Katarína. Ein Roman vom Überleben von Kathryn Winter (2000).