Abstract
Die Fülle an Thematisierungsstrategien und Reflexionsrahmungen, die sich auf die Erschließung des Verhältnisses von Kultur und Technik richten, spiegelt die Komplexität der wechselseitigen Bedingtheiten und Beeinflussungen wider, mit der beide Phänomene aufeinander einwirken. So weit sich das Feld der Erörterungen von Kultur und Technik also auch erstrecken mag, es ist davon auszugehen, dass der Zusammenhang von Theorie und Praxis, der ihnen zu Grunde liegt, einen sinnvollen Diskurs zwischen allen Ansätzen ermöglicht, unabhängig davon, von wo aus, wie und mit welchen Mitteln sie dieses Verhältnis gedanklich erschließen. Sicher ist daher, dass es sowohl erforderlich als auch möglich ist, seine Aufmerksamkeit auf bestimmte Ausschnitte oder charakteristische Verbindungen zu konzentrieren, ohne – auf der substantiellen Ebene – Gefahr zu laufen, keinen wesentlichen Zugang zu diesem Verhältnis zu finden, und ohne – auf der diskursiven Ebene – die nötige Anschlussfähigkeit zu verlieren. Im vorliegenden Beitrag wird die Erörterung des Verhältnisses zwischen Kultur und Technik als Medien der Nachhaltigkeit in einer dreistufig angelegten Vorgehensweise entfaltet. Erstens wird eine Thematisierungsstrategie und Reflexionsrahmung nachvollzogen, die mit den Mitteln der begrifflichen Explikation von „Kultur“ und „Technik“ arbeitet und die wechselseitigen Bezugnahmen der Bedeutungsmomente und Sinngehalte dieser Begriffe ermittelt. Zweitens geht es um eine andere Thematisierungsstrategie und Reflexionsrahmung, die danach fragt, wie Kultur und Technik entstanden sind, und welche Funktionen sie erfüllen, um vor diesem Hintergrund ihr Verhältnis zu entschlüsseln. Drittens werden Kultur und Technik mit Blick auf ihnen zugerechnete Eigenschaften als Zwecke zu gelten bzw. als Mittel zu fungieren hinterfragt und als „Medien“ menschlicher Selbstverwirklichung charakterisiert.