Logo image
Startschuss für Forschungsprojekt
Journal article

Startschuss für Forschungsprojekt

Der Südtiroler Landwirt, Vol.10, pp.20-20
10
2026
Handle:
https://hdl.handle.net/10863/53369

Abstract

Weidehaltung gilt als besonders tierfreundlich und entspricht dem Wunsch vieler Verbraucherinnen und Verbraucher nach artgerechter Tierhaltung. Doch die Vorteile der Weide können schnell verloren gehen, wenn Tiere stark von Endoparasiten betroffen sind – ein Problem, das weltweit zunimmt. Der Klimawandel verschärft diese Situation zusätzlich: Höhere Temperaturen und mehr Feuchtigkeit begünstigen die Entwicklung und Ausbreitung der Parasiten und beeinträchtigen damit Tierwohl, Immunabwehr und Gesundheit. Gleichzeitig steigt die Resistenz gegenüber Anthelminthika, also Medikamenten gegen Parasiten. Rückstände dieser Wirkstoffe belasten Böden, Gewässer und Bodenorganismen. Hier setzt TechGen4Health an: Das euro päi sche Projekt will neue technische, sensorische und genomische Ansätze entwickeln, um den Parasitenbefall nachhaltig zu verringern – und damit auch den Medikamenteneinsatz zu reduzieren. Im Mittelpunkt stehen moderne Methoden zur Erfassung der Parasitenbelastung. Neben klassischen Laborverfahren sollen vor allem milchbasierte Analysen wie MIR‑Technologien, Antikörpertests weiterentwickelt werden. Ergänzend kommen Sensoren, Klima- und Tierdaten, Drohnen sowie Satellitenbilder zum Einsatz, um Weidezustand, Tiergesundheit und Parasitenentwicklung zu überwachen. Auch die Zucht spielt eine wichtige Rolle: Genomische Analysen sollen helfen, besonders resistente Tiere frühzeitig zu identifizieren und gezielt in der Herdenplanung einzusetzen. Moderne Verfahren des Güllemanagements sollen zudem verhindern, dass Parasiten über den Wirtschaftsdünger verbreitet werden. Freie Universität mit zentraler Rolle Am Projekt beteiligt sind Universitäten und Forschungszentren aus ganz Europa: Universität Gießen (Deutschland), Universität Lüttich (Belgien), Universität Kopenhagen (Dänemark), KU Leuven (Belgien), Freie Universität Bozen (Italien), Universität Ljubljana (Slowenien), Wageningen University (Niederlande) sowie die Universität LSMU (Litauen). Gemeinsam verfolgen sie einen ganzheitlichen, technologiegestützten Ansatz, der über Ländergrenzen hinweg wirkt. Die Methoden sollen in verschiedenen europäischen Produktionssystemen getestet, wirtschaftlich bewertet und schließlich in die Praxis überführt werden. Langfristig will TechGen4Health dazu beitragen, Tiergesundheit und Umwelt zu schützen – und die Weidehaltung weiter zu stärken. Die Arbeitsgruppe Nutztierwissenschaften der Freien Universität Bozen übernimmt eine zentrale Rolle im Projekt TechGen4Health. Sie untersucht, wie Umwelt- und Klimaparameter den Parasitenbefall bei Milchkühen beeinflussen. Hierfür sind auch Fallstudien geplant.

Details

Metrics

1 Record Views
Logo image