Abstract
Soziale, ökologische und ökonomische Transformationsprozesse in Europas ländlichen Räumen haben zur Folge, dass innovative Konzepte wie die soziale Landwirtschaft stärker nachgefragt werden. Auch in Südtirol wird dem Thema immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit den Rahmenbedingungen und Strukturdaten der Diversifizierungsstrategie soziale Landwirtschaft in Südtirol. Dabei werden die Rahmenbedingungen der sozialen Landwirtschaft in Fallbeispielen ausgewählter europäischer Länder analysiert, um die Situation in Südtirol in Bezug auf einen größeren Kontext zu betrachten.
Die Südtiroler LandwirtInnen bieten vorwiegend Kinderbetreuung, Schule und Seniorenbetreuung am Bauernhof an. Angebote in den Bereichen Rehabilitation, Therapie, soziale- und Arbeitsintegration werden hauptsächlich durch Fachkräfte aus dem Sozial- und Gesundheitssektor auf landwirtschaftlichen Betrieben umgesetzt. Insgesamt ist die Bedeutung der Sozialgenossenschaften als vorwiegende Organisationsform innerhalb der sozialen Landwirtschaft in Südtirol – wie auch im restlichen Italien – hervorzuheben. Die Kriterien Ausbildung, Finanzierung, Kooperationspartner, gesetzlicher Rahmen und Zertifizierung sind einige der wichtigsten Einflussfaktoren für die Entwicklung sozialer Landwirtschaft in Europa. Deren Adaptierung im Kontext Südtirols könnte neue Entwicklungschancen für die soziale Landwirtschaft in der Provinz eröffnen.