Abstract
Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen der Gründungsprozess und die konzeptionelle Entfaltung eines europäischen Forschungsnetzwerks, welches sich mit den kulturellen Wirkungen der neuen Medien beschäftigt. Es entstand aus einer lockeren Assoziation langjähriger, bi- und multilateraler Kooperationsbeziehungen, und wurde 2002 gegründet, zunächst mit dem Namen "Neue Medien und Kultur - das Beispiel Internet" / "New Media and Culture - the Example of the Internet" (NEMET ). Inzwischen firmiert es unter dem Namen "Kulturelle Diversität und Neue Medien - ihre Wechselwirkungen als Moment der europäischen Integration" / "Cultural Diversity and New Media - their Interaction as an Element of European Integration" (CultMedia). An CultMedia sind derzeit 16 Partnerinstitute und Forschungsgruppen aus 11 Ländern beteiligt, interdisziplinär zusammengesetzt aus Vertretern der Kultur- und Geisteswissenschaften, der Sozialwissenschaften und Psychologie, sowie den Informations- und Kommunikationswissenschaften. CultMedia hat inzwischen einen Antrag auf Einrichtung eines Network of Excellence (NoE) im 6. Forschungsrahmenprogramm der EU-Kommission erarbeitet und diesen im Kontext des Arbeitsprogramms "Citizens and Governance in a knowledge based society" eingereicht.
Im folgenden Text wird das Forschungsdesign von CultMedia vorgestellt, indem dargelegt wird, wie es auf drei Ebenen entfaltet werden kann, einer ersten "begrifflich-konzeptionellen", einer zweiten "diskursiv-vergleichenden" und einer dritten "synthetisch-konziliären Forschungsebene" (vgl. Abb.1). Hauptsächlich geht es dabei erstens um Überlegungen zur konzeptionellen Fundierung von CultMedia im Vierecksverhältnis(1) von Kultur, Gesellschaft, Technik und Medien. Zweitens befasst sich der Text mit der Ausweisung von vier zentralen Forschungsfeldern, nämlich "Privatheit und Öffentlichkeit", "Identität und Gemeinschaft", "Wissen und Wirtschaft" sowie "(Un-)Sicherheit und Vertrauen". Drittens geht es um die Wechselwirkungen zwischen kultureller Diversität und neuen Medien hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Prozess der europäischen Integration.