Abstract
Die Rückkehr des Nationalismus ist ein historischer Pendelschlag – nicht mehr und nicht weniger. Er wird früher oder später auch wieder dem Gegenteil weichen: der Transnationalisierung und Re-Europäisierung. Zuversicht kann sich auf die Erfahrung historischer Zyklen gründen. Die moderne Abfolge von Staatlichkeits-Trends bestand immer aus Kreisbewegungen zwischen Nationalismus und Transnationalismus. Das wird auch diesmal so sein. In der Zwischenzeit sollte sich die EU auf die – dringend nötige – Stärkung des Europäischen Parlaments mittels transnationaler Wahllisten sowie die Akzeptanzstärkung bei ihren Bürger:innen mittels Entbürokratisierung, Innovations-, Bildungs- und Technologieoffensiven und Arbeit am gemeinsamen Markt und einer ernstzunehmenden gemeinsamen Zivilreligion konzentrieren. Das wird sie auf Dauer stärker machen.