Abstract
Sobald Kinder an der Bewegungs- und Sportkultur teilhaben möchten, benötigen sie motorische Basiskompetenzen (MB). Der Erwerb von MB wird auch deshalb in vielen Grundschulcurricula als wichtiges Mindestziel genannt. Doch ein beachtlicher Teil europäischer Schulkinder baut im Verlauf der Grundschulzeit keine hinreichenden MB auf. Es benötigt daher Interventionsstudien, die Rückschlüsse auf die Ausgestaltung von Sportunterricht zur Förderung von MB zulassen. Ziel der Studie war es, die unmittelbaren und langfristigen Effekte einer 8‑wöchigen kompetenzorientierten Unterrichtsreihe auf die MB von Schulkindern der zweiten und vierten Schulstufe zu untersuchen. Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass sich eine Unterrichtsreihe mit kompetenzorientierten Maßnahmen zur motorisch-aktiven (Können), kognitiv-reflexiven (Wissen) und selbstregulierten (Wollen) Auseinandersetzung mit den eigenen MB positiv auf den Erwerb der MB auswirkt. Im quasi-experimentellen, randomisierten und kontrollierten Design wurden die Kinder der zweiten (NIG = 71, NKG = 56) sowie vierten Schulstufe (NIG = 65, NKG = 51) prä, post und follow-up in ihren MB getestet. Ko-Varianzanalysen mit den Faktoren Gruppe und Zeit und den Kovariaten BMI und Geschlecht ergaben mittlere Gruppeneffekte, starke Zeiteffekte und schwache bis mittlere ZeitxGruppen-Interaktionseffekte für die Gesamtkompetenz sowie die Teilkompetenzen Etwas-Bewegen und Sich-Bewegen. Für Etwas-Bewegen wurde in der vierten Schulstufe lediglich ein Zeiteffekt beobachtet. Die Ergebnisse legen nahe, dass kompetenzorientierte Unterrichtsmaßnahmen die MB im Sportunterricht der Grundschule gezielt fördern können. Dass diese Effekte nicht generell sind, zeigt der ausgebliebene Interaktionseffekt zu Etwas-Bewegen in der vierten Schulstufe. Demnach sind weitere Studien notwendig, um die Effekte von kompetenzorientierten Unterrichtsmaßnamen auf die Kompetenzentwicklung der Schulkinder zu untersuchen.
As soon as children want to participate in the culture of movement and sports, they need basic motor competencies (BMC). Therefore, the acquisition of BMC in primary school physical education is a core objective in primary school curricula. However, a considerable part of European pupils do not develop sufficient BMC during primary school years. Interventions that allow conclusions about the design of school-based programs to promote BMC are warranted. The aim of this study is to examine the immediate and long-term effects of an 8‑week competence-oriented teaching program on 2nd, and 4th grade pupils’ BMC. It was hypothesized that a teaching program with competence-oriented measures for motor-active (ability), cognitive-reflexive (knowledge), and self-regulated (willingness) engagement with one’s BMC would have a positive effect on the development of overall competence, object-movement, and self-movement. In a quasi-experimental study, 2nd (NIG = 71, NKG = 56), and 4th grade (NIG = 65, NKG = 51) classes were randomly assigned to an intervention and control group and BMC were tested in pre-, post-, and follow-up design. Repeated-measures ANCOVAs with BMI and gender as covariates revealed medium group effects, strong time effects and small to moderate timexgroup interaction effects for overall competence, object-movement, and self-movement. For object-movement, only a time effect was observed in 4th grade. The results suggest that a competence-based teaching program can promote BMC in primary school physical education. Nevertheless, the lack of an interaction effect on object-movement in the 4th grade shows that these effects are not general. Future studies should continue to investigate the effects of competency-oriented interventions on pupil’s competence development.