Abstract
Die zentrale Forderung der Ernährungssouveränität ist: „Put control locally!“. Sie beansprucht, dass Landwirtschaft und Ernährung durch lokale Produzentinnen und Konsumenten gestaltet werden, nicht durch Regierungen und globale Konzerne. Am Beispiel der sozialen Bewegung Der Malser Weg in Südtirol analysieren wir, wie sich Produzenten und Konsumentinnen ermächtigen, um mehr soziale Kontrolle über ihr lokales Ernährungssystem ausüben zu können. Unsere Ergebnisse umfassen drei Kategorien, die geografische, soziale und organisatorische Aspekte einer lokalen sozialen Kontrolle spezifizieren. Wir argumentieren, dass gerade Konsumenten eine wichtige Rolle in allen drei Kategorien einnehmen können und schlussfolgern daher, dass sie im wissenschaftlichen Diskurs der Ernährungssouveränität mehr Beachtung finden sollten. Die Stärkung der Ernährungssouveränität in der Praxis erfordert dagegen, einen gleichberechtigten Dialog zwischen Produzenten und Konsumentinnen zu etablieren.