Abstract
Während Krieg, Genozid und Militarisierung aktuell kontroverse Themen darstellen, erfolgt die Auseinandersetzung rund um diese im Kontext der Sozialen Arbeit nur zögerlich. Gleichzeitig stand die Soziale Arbeit bereits im Kontext des Ersten Weltkrieges vor ähnlichen Dilemmata wie heute, etwa in Bezug auf Ambivalenzen sozialer und friedenspolitischer Positionierungen und der Notwendigkeit, pazifistische und antimilitaristische Perspektiven zu reflektieren. In diesem Beitrag diskutieren Expert:innen aus dem Feld der Sozialen Arbeit und der Friedensforschung aktuelle Herausforderungen wie die Zensur kriegskritischer Positionen, den Anpassungsdruck in sozialen Organisationen und die Militarisierung gesellschaftlicher Bereiche. Abschließend wird hervorgehoben, dass Soziale Arbeit und Friedensforschung produktive Diskursräume für die konstruktive Bearbeitung gesellschaftlicher Konflikte und für die Förderung einer gewaltfreien, solidarischen Zukunft eröffnen sollten, ohne sich hegemonialen Narrativen anzupassen.