Abstract
Ziel dieser Studie war es, die Bedeutung der Moderhinke in deutschen, österreichischen und schweizerischen Schafherden zu quantifizieren und angewandte Prophylaxe- und Therapiemaßnahmen zu ermitteln. Der Fragebogen wurde über nationale Schafzeitschriften und das Internet im Zeitraum von Juli bis September 2010 publiziert. Die Hälfteder 223 teilnehmenden Betriebe (49%) besaß 13 ± 8 Mutterschafe, 12 ± 10 Lämmer, 5 ± 4 Zutreter und 2 ± 4 Böcke. Die Moderhinke wurde in 70% der Schafbetriebe schon einmal diagnostiziert, wobei diese von den meisten Schafhalter/innen (89%) selbst erkannt wurde. Die Prävalenz in der Schafherde betrug 36 ± 31%. Typische Symptome waren das Lahmen der Tiere (41%) und der charakteristische Geruch der Klaue (12%). Die Moderhinke wurde primär bei Mutterschafen (83%) und im Herbst (39%) beobachtet. Zur Therapie wurde vor allem der Klauenschnitt (91%) durchgeführt. Betriebe mit mehr als 50 Mutterschafen nutzten das Klauenbad (83% vs. 57%; P kleiner 0,01) und die Impfung (44% vs. 28%; P kleiner 0,05) signifikant häufiger als kleinere Betriebe. Die jährlichen Behandlungskosten der Moderhinke, unabhängig von der Methode, wurden mit durchschnittlich 9,25 €/Schaf angegeben. Fast alle Betriebe (91%) führen prophylaktische Maßnahmen durch, zu denen bevorzugt der routinemäßige Klauenschnitt (87%) und die Quarantäne neu zugekaufter Tiere (44%) gehören. Nach den Ergebnissen der vorliegenden Studie tritt die Moderhinke häufig in Schafherden der untersuchten Länder auf. Die Erfahrungen der befragten Schafhalter/innen zeigen viele Parallelen zu Erkenntnissen aus bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen zum Themengebiet der Moderhinke.