Abstract
Unser ethnologisch-historisches Projekt, konzentriert sich auf Bergbäuerinnen und Bergbauern, die in isolierten und sensiblen Ökosystemen in Südtirol (Italien) leben. Jüngste demographische Daten über die Entvölkerung der Berggebiete haben die Agrar- und Umweltpolitiker in Alarmbereitschaft versetzt. Eine differenziertere Betrachtung zeigt, dass die jeweiligen Regionen unterschiedlich betroffen sind, und dass die ‚vertikale Bewegung‘ der Bevölkerung in die Bergregionen hinein und aus ihnen heraus seit vielen Jahrhunderten dokumentiert ist. Bergbauern leben auf Höfen, abseits von Dörfern und Talböden und sind derzeit Zeugen eines erneuten und rapiden Wandels. Die Beziehung, die die Bäuerinnen und Bauern zu ihrer nicht-menschlichen Umwelt haben, erscheint als ein verflochtener Nexus, der den Hof, domestizierte Tiere, Weiden, Wälder, aber auch nicht-bewirtschaftetes Land, wilde Tiere und spirituelle Akteure miteinander in Beziehung setzt. Vor diesem Hintergrund ist die Hauptfrage unseres Projektes, wie diese Mensch-Land-Beziehungen konzeptualisiert werden können.