Abstract
Die Sauerstoffverbrauchskurve von Puten während der Brut zeigt den für andere Geflügelarten dargestellten sigmoiden Verlauf. Die Bebrütung von Puteneiern bei unterschiedlichen Temperaturen (36,8, 37,8 und 38,8 °C) hatte in den vorliegenden Untersuchungen einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklungsprozesse während und nach der Brut. Der Sauerstoffverbrauch stieg mit der Bruttemperatur. Die embryonalen Verluste waren bei 36,8 und 38,8 °C deutlich erhöht. Die kritische Phase lag zwischen dem 19. und 23. Tag. Die bei 36,8 und 38,8 °C gebrüteten Tiere zeigten die niedrigsten Lebendmassezunahmen nach dem Schlupf. Die entsprechenden Werte korrelierten mit den endokrinologischen Kriterien (Thyroxin) sowie dem mitochondrialen Energiestoffwechsel und der Aktivität von GLDH und SDH. Weibliche Tiere wiesen die höhere mitochondriale Atmungsaktivität auf. Der Sauerstoffverbrauch war bei den suboptimalen Bruttemperaturen auf einem höheren Niveau mit den Zunahmen korreliert als bei der 37,8 °C Gruppe. Die deutlichere Beziehung zwischen embryonalem Sauerstoffverbrauch und der Wachstumsleistung unter suboptimalen Brutbedingungen könnte in der praktischen Selektion eingesetzt werden. überdies lässt die embryonale Atmungsintensität eine signifikante Vorhersage der Schlupfrate zu.