Abstract
Der Agrar- und Forstbericht 2017 weist für Südtirol eine Waldfläche von rund 372.000 ha aus, was 50,3% der Landesfläche entspricht. Diese Fläche wird von rund 11.000 Betrieben bewirtschaftet. Der Wald ist dabei mehrheitlich (52%) im Eigentum von privaten und landwirtschaftlich geprägten Einzelunternehmen. Im Durchschnitt beträgt die Nutzung lediglich 1,7 Vfm/ha, der ein Zuwachs von 5,5 Vfm/ha gegenübersteht. Die Bewirtschaftung des Waldes ist stark mit der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung verknüpft. Über 15.000 Familien beziehen direkte Einkünfte aus dem Wald. Über die ökonomischen Verhältnisse im Südtiroler Kleinwald liegen keine systematisch dokumentierten Informationen zur Kosten- und Ertragssituation vor. Um hier transparent und auf breiter Basis einen Überblick zu schaffen, baut das Eurac Institut für Regionalentwicklung in Kooperation mit Wood & Alpine Technologies sowie dem Südtiroler Bauernbund (SBB) ein forstliches Testbetriebsnetz in Südtirol auf. In Anlehnung an das in Österreich etablierte Testbetriebsnetz Kleinwald, werden Betriebe kleiner als 200 ha erhoben. Diese wurden in Abstimmung mit dem SBB aus dem Netzwerk der freiwillig buchführenden Betriebe ausgewählt. Für die dreijährige Pilotphase wurde ein eigens an die Südtiroler Gegebenheiten angepasster Kostenstellen-, Kostenarten-, Ertragsarten- und Kennzahlenrahmen entwickelt. Mit diesem sollen sich alle Betriebszweige abbilden lassen. Die Datenerfassung erfolgt im Erheberprinzip vor Ort. Das Einlesen, Auswerten und das Berichtwesen übernimmt das Institut für Agrar- und Forstökonomie der Universität für Bodenkultur Wien.
Bei der Ersterhebung über das Wirtschaftsjahr 2017 konnten Daten von insgesamt 15 Betrieben erfasst werden, die in 6 verschiedenen Produktionsgebieten liegen. Die Ertragswaldfläche dieser zum Großteil aussetzenden Betriebe variiert zwischen 4 ha und 180 ha und es wurden zwischen 1,4 Efm/ha und 23,4 Efm/ha eingeschlagen. Da die Teilnahme am Testbetriebsnetz auf freiwilliger Basis erfolgt und keine Prämien für die Datenbereitstellung gezahlt werden, ist den Teilnehmern ein erkennbarer Informationsnutzen zu vermitteln, um sie für dieses Vorhaben langfristig begeistern zu können. Dazu sollen die einzelbetrieblichen Auswertungen beitragen, die eine einfache, forstliche Betriebszweigabrechnung, eine kompakte Gegenüberstellung aller Betriebszweige sowie einen überbetrieblichen Mittelwertvergleich aus allen erhobenen Betrieben umfassen. Aufgrund der geographischen Nähe und ähnlicher topographischer Verhältnissen wie im österreichischen Alpenraum ist zusätzlich noch ein länderübergreifender Ergebnisvergleich mit ausgewählten Produktionsgebieten aus dem österreichischen Testbetriebsnetz Kleinwald angedacht.