Abstract
In order to understand the living together of people in times of growing global migration and information flows, it is important to understand the dynamics of global social orders, such as communities. This investigation of Argentinians of Lebanese descent aims to demonstrate how communities are constructed by people who claim to be completely integrated into their host society, while at the same time maintaining an independent collective identity. This study shows that communities are established by the creation of socio-material orders which Sloterdijk calls "spheres". Emotional ties between their members and towards meaningful artefacts are the bases of cohesion in these spheres. Sloterdijk refers to this special nexus of emotional ties as "atmosphere", and as their basis is commonly viewed as having a common country of origin the spheres will be labelled "ethnic spheres". My approach to this problem employs qualitative interviews and participative observations collected during a six-month stay in Argentina.
Um das Zusammenleben von Menschen in Zeiten wachsender globaler Migrations- und Informationsströme zu verstehen, ist es wichtig, die Dynamik von globalen sozialen Ordnungen wie Gemeinschaften zu begreifen. Die Untersuchungen am Beispiel libanesischstämmiger Argentinier zeigen, wie Gemeinschaften von Menschen konstruiert werden, die sich trotz der Erhaltung einer eigenständigen kollektiven Identität als vollständig in ihre Aufnahmegesellschaft integriert ansehen. Die Studie legt dar, dass sich die Gemeinschaften mittels der Ausbildung von sozial-materiellen Ordnungen, die Sloterdijk „Sphären“ nennt, erhalten. Die Basis des Zusammenhalts der Sphären sind emotionale Bindungen der Mitglieder untereinander und zu den für sie bedeutenden Artefakten. Diese spezielle Vernetzung mittels emotionaler Bindungen erfasst Sloterdijk mit dem Begriff „Atmosphäre“, und weil das gemeinsame Herkunftsland als die Basis dieser Bindungen angesehen wird, werden die Sphären als „ethnische Sphären“ bezeichnet. Die Untersuchung stützt sich auf qualitative Interviews und Beobachtungen aus einer sechsmonatigen Feldforschung in Argentinien.