Abstract
Der Streit über ein Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin dauerte über zehn Jahre. Auf einer Podiumsdiskussion an der Bauhaus-Universität formulierten Detlef Horster, Volkhard Knigge und Moshe Zuckermann Gedanken über Formen des Erinnerns, die dem Gegenstand angemessen wären. In ihrem Gespräch geht es um Kunst, Kultur, Gesellschaft und Politik; es geht um die Schwierigkeiten bei dem Versuch, nach Auschwitz ein Denkmal zu bauen – eines, dessen Thema Auschwitz ist. »In einer befreiten Gesellschaft wäre das zu Erinnernde so gegenwärtig, dass ein Werk der Erinnerung im Sinne eines Selbstaufzwingens des Gedenkens gar nicht mehr notwendig wäre. Wir leben nicht in so einer Gesellschaft. Die Frage ist, wie man in eine Gesellschaft, die das Erinnern dynamisch erhält, gerät, zugleich aber auch sich darüber im Klaren ist, dass wir noch nicht in einer befreiten Gesellschaft leben. Und das ist allein machbar durch die Übersetzung dessen, was zu erinnern ist, in politische Praktiken.« (Moshe Zuckermann) .