Abstract
Verkehr durch die Alpen – kaum ein Thema ruft im Alpenraum derart heftige Diskussionen hervor. Der Transport von Gütern und Personen ist unentbehrlich für die Wettbewerbsfähigkeit der Länder und die Austauschbeziehungen in Handel, Wirtschaft und Kultur. Verkehr ist Voraussetzung dafür, dass Rohstoffe zu den Unternehmen, Produkte zu den Konsumenten, Menschen zu ihren Arbeitsplätzen, zu Ausbildungs- oder Urlaubsorten gelangen. Aber auch die Konsequenzen des Verkehrs sind heute für jedermann sichtbar: Staus, Unfälle, Lärm und Luftverschmutzung. Gerade im Alpenraum verschärfen die natürlichen Rahmenbedingungen die aus dem Verkehr resultierenden Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt. Seit 1980 hat sich der gesamte alpenquerende Güterverkehr über die wichtigsten Alpenübergänge mehr als verdoppelt. Auch für die Zukunft wird ein weiteres Wachstum prognostiziert. Neben den vielfältigen positiven Aspekten stellt der Verkehr somit auch eine der größten politischen Herausforderungen für die Alpenländer dar. Mit dem Ziel der Entwicklung gemeinsamer Maßnahmen greift das EU Projekt MONITRAF diese Herausforderung auf. Voraussetzung, um abgestimmte Maßnahmen entwickeln und umsetzen zu können, sind jedoch Kenntnisse der Zusammenhänge und Wechselwirkungen im komplexen System "Verkehr". Das unter der Schriftleitung von Flavio Ruffini, Sandra Lange und Ulrich Klammsteiner im Paul Haupt-Verlag erschienene Buch "Verkehr durch die Alpen: Entwicklungen, Auswirkungen, Perspektiven" bietet mit einem umfassenden Überblick über den Verkehr im Alpenraum eine Grundlage hierzu. Verschiedene Aspekte des Verkehrs, insbesondere des alpenquerenden Güterverkehrs werden in den einzelnen Expertenbeiträgen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, gemeinsam ist den Beiträgen eine alpenübergreifende gesamtheitliche Betrachtung. Grundlagen zu diesem Buch bildeten die inhaltlichen Schwerpunkte und Ergebnisse der internationalen Fachkonferenz ‚Transport across the Alps', welche vom 1.–2. Dezember 2005 in Luzern stattfand, und erste Ergebnisse des EU-Projektes MONITRAF.