Abstract
Genossenschaften können aufgrund ihrer demokratischen Organisationsstruktur und ihrer wirtschaftlichen Ausrichtung wesentlich zur sozialen Integration, Schaffung von Arbeitsplätzen und Verringerung von Armut beitragen. Dadurch können regionale Wirtschaftskreisläufe stabilisiert und lokale Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden. Vor diesem Hintergrund hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen das Jahr 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen und dabei deren weltweite Bedeutung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung hervorgehoben. Auch in Südtirol tragen Genossenschaften seit langem maßgeblich zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung bei. So gab es beispielsweise Ende 2012 bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 510.000 Menschen 955 eingetragene Genossenschaften mit über 160.000 Mitgliedern, mit Tätigkeitsbereichen wie z.B. Landwirtschaft, Detailhandel, soziale Belange oder das Kreditwesen. Diese Publikation enthält die Beiträge einer interdisziplinären Konferenz, welche im Auftrag des Raiffeisenverbandes Südtirol im November 2012 an der Europäischen Akademie Bozen stattgefunden hat. Ziel war es, den Zusammenhang zwischen Genossenschaften, nachhaltiger Unternehmensführung und lokaler bzw. regionaler Entwicklung wissenschaftlich zu beleuchten. Im Besonderen wurde versucht zu verstehen, inwiefern Genossenschaften die Entwicklung lokaler Wirtschaftskreisläufe nachhaltig fördern und welche Faktoren dies maßgeblich unterstützen oder behindern.