Abstract
Die vorliegende Dissertation beschäftigt sich mit Mehrsprachigkeit. Forschungserkenntnisse in diesem Bereich sollen zum besseren Verständnis des Zweitspracherwerbsprozesses führen und gleichzeitig zur Konzeption eines effizienteren Sprachenunterrichts beitragen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Auseinandersetzung mit der Mehrsprachigkeit, insbesondere aus neurolinguistischer Sicht. Nach der Vorstellung des aktuellen Forschungsstandes wird dieser im zweiten Teil der Arbeit durch die Ergebnisse einer f-MRTUntersuchung empirisch untermauert. Die Wahl ist deswegen auf die neurolinguistische Perspektive gefallen, da man mit den jüngsten Instrumenten der Gehirnforschung jene Hypothesen im Bereich der Zweitsprachenerwerbsforschung, die sich im Laufe der Zeit aus der Unterrichtspraxis ergeben haben, verifizieren bzw. falsifizieren kann. Praktische Anleitungen zum Erwerben einer zweiten (oder weiteren) Sprache, vor allem im schulischen Umfeld, sollten die entsprechenden Vorgänge im Gehirn weitestgehend berücksichtigen, um wirklich erfolgreich zu sein. Die Dissertation ist in vier Teile gegliedert: Im ersten Teil wird ein allgemeiner Überblick über den bisherigen Diskussionsstand der Zweitspracherwerbsforschung versucht, wobei insbesondere auf die Erkenntnisse der einschlägigen f-MRT-Studien eingegangen wird. Der zweite Teil beschreibt eine f-MRT-Studie, die an einer ladinischen Probandengruppe durchgeführt wurde. Im dritten Teil folgen die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen. Im vierten Teil wird ein Ausblick auf mögliche didaktische Konsequenzen gegeben.