Abstract
This contribution offers a contrastive approach to the typological and pragmatic characteristics of focus strategies in Dolomitic Ladin, based upon a corpus of Gospel translations in the following languages/varieties: Standard Ladin, Gardena Ladin, Val Badia Ladin, Fassa Ladin, Fodom Ladin, Ampezzo Ladin, Italian and German. Especially with regard to major languages such as English, Italian or French, a number of extensive studies on focus strategies have already been conducted, as evidenced by numerous generative works written during the second half of the 20th century. However, comparable research on small Romance languages, such as Dolomitic Ladin, is rare. Focus is always of a contrasting nature, which allows it to be distinguished clearly from topic. The latter only indicates what we are talking about (Metzeltin 2010). Accordingly, for the receiver/hearer, focus represents one of the most relevant and most information-bearing concepts with particular salience. Emanating from Metzeltin (2010), a few lexical and syntactic focus strategies are analysed in the corpus. It is clear from the analysis that, from a purely typological point of view, Dolomitic Ladin is different from the neighbouring languages Italian and German in several important aspects. However, the pragmatic features of focus strategies observed in the corpus are characterized by many analogies. De facto, some elements which for the genre of the Gospels exhibit a special context are focused and made clear to the receiver in all varieties either syntactically or lexically.
Der vorliegende Beitrag soll aus kontrastiver Sicht auf die typologischen und pragmatischen Besonderheiten von Hervorhebungsstrategien im Dolomitenladinischen eingehen, basierend auf einem Korpus von Evangelienübersetzungen in folgenden Sprachen/Varietäten: Standardladinisch, Grödnerisch, Gadertalisch, Fassanisch, Buchensteinisch, Ampezzanisch, Italienisch und Deutsch. Der Begriff Hervorhebungsstrategien oder Fokus ist in der Forschung in Bezug auf Großsprachen wie das Englische, Italienische oder Französische ein umfangreich untersuchtes Feld, zu dem eine bedeutende Reihe an generativistischen Arbeiten vorliegt, welche größtenteils in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Analoge Forschungen für romanische Kleinsprachen, wie das Dolomitenladinische, sind jedoch eher selten. Hervorhebungsstrategien unterscheiden sich insofern von Thematisierung, als sie immer im Kontrast zu einer anderen Konstituente stehen, während durch Thematisierung lediglich ein bestimmtes Thema präsentiert wird (Metzeltin 2010). Demnach repräsentiert der Fokus ein für den Empfänger relevantes und informationstragendes Konzept von besonderer Salienz, während Topik das Konzept darstellt, über das man spricht. In Anlehnung an Metzeltin (2010) sollen einige im Korpus auffallende lexikalische und syntaktische Hervorhebungsstrategien analysiert werden. Aus der Analyse geht hervor, dass das Dolomitenladinische rein typologisch betrachtet mehrere wesentliche Unterschiede zu den Nachbarsprachen Italienisch und Deutsch aufweist, wohingegen die pragmatischen Merkmale der im Korpus auftretenden Hervorhebungsstrategien durch viele Analogien gekennzeichnet sind. De facto werden bestimmte Elemente, welche für die Textgattung der Evangelien besondere Kontexte aufweisen, tendenziell in allen Versionen entweder syntaktisch oder lexikalisch hervorgehoben bzw. für den Empfänger sichtbar gemacht.