Abstract
In der Untersuchung der Personalparadigmen germanischer Varietäten zeigt sich, dass nicht alle theoretisch möglichen Kasussynkretismen tatsächlich eintreten und dass der Anteil an synkretisierten Pronominalformen ("Synkretismus-Quote") vom Kontext der Werte der Kategorien Person (1, 2, 3), Numerus (Sg., Pl.) und Genus (M, F, N) abhängt. So findet sich beispielsweise insgesamt eine höhere Synkretismus-Quote im Neutrum als im Maskulinum. Daher zielt die Studie auf die Beantwortung der folgenden drei Fragen ab:1. Welche Kasussynkretismen treten in den Personalparadigmen der 47 untersuchten germanischen Varietäten ein?2. In welchen Kontexten treten diese Kasussynkretismen ein?3. Warum treten die Kasussynkretismus stärker in den einen als in den anderen Kontexten ein?Es lässt sich feststellen, dass sich die Synkretismus-Quoten für die Werte der Kategorien Person, Numerus und Genus quantifizieren lassen und dass sich aus diesen Quantifizierungen "Synkretismus-Hierarchien" ableiten lassen. Diese Synkretismus-Hierarchien lassen sich in einen Zusammenhang mit dem Merkmal der Belebtheit bringen. Kurz gesagt: Je höher der Grad an Belebtheit, desto niedriger der Grad an Kasussynkretimus.