Abstract
Freudenthal bezeichnete den Zahlenstrahl als „device beyond praise“; für Kinder erweist er sich hingegen oft als schwierig. Wie jedes Anschauungsmittel, ist auch der Zahlenstrahl nicht selbstredend; die didaktisch intendierte Interpretation ist „Lernstoff“. Bei und nach der Erarbeitung muss damit gerechnet werden, dass die Interpretationen der Kinder zumindest anfangs andere sind und vielleicht auch hartnäckig andere bleiben, als dies von der Lehrkraft erwartet wird. Umso wichtiger, dass die Lehrkraft selbst ein klares Ziel vor Augen hat und weiß, wie Kinder den Zahlenstrahl interpretieren sollten, um ihn im weiteren Mathematikunterricht erfolgreich verwenden zu können. Diesbezüglich scheinen mir Erläuterungen zum Zahlenstrahl in einigen aktuellen fachdidaktischen Handbüchern wenig hilfreich. Der vorliegende Beitrag bemüht sich deshalb zunächst um eine begriffliche Klärung. Auf deren Basis wird ein Design für die Erarbeitung des Zahlenstrahls skizziert, das sich von publizierten Vorschlägen teils deutlich unterscheidet.