Abstract
In einer Demokratie haben alle Bürger:innen die Möglichkeit der gleichberechtigten Beteiligung an Entscheidungen. Deshalb sollten in einer von einem demokratischen Staat getragenen Bildungseinrichtung demokratische Grundprinzipien umgesetzt werden. Nach Derrida (2001), ist das bedingungslose Hinterfragen von Dingen durch Forschende und Lernende an einer Hochschule frei von Hierarchien. Insofern bilden die Grundsätze des Denkens und Handelns in einer Universität und die in einer Demokratie eine sichtbare Schnittmenge (Demirovic 2013, 17).
Systemisch betrachtet stellen aber demokratische Interaktionen in Bildungsinstitutionen eher ein Problem dar. Worin genau die Schwierigkeiten bestehen, wird in diesem Beitrag einleitend ausgeführt. Im Anschluss folgt eine Übersicht über strukturelle Möglichkeiten, die digitale Bildungsmedien mit Blick auf partizipative Praktiken bieten. Damit sind die Rahmenbedingungen für das konkrete, gemeinsame Am-Werk-Sein skizziert. Darauf aufbauend wird zur Analyse der Beteiligung von Lernenden in hochschuldidaktischen Zusammenhängen ein operationalisiertes Untersuchungsmodell vorgestellt. Anhand dessen werden die Anteile der partizipativen Praktiken von Studierenden nach den Kriterien von Mayrberger (2012) aufgezeigt. Welche weiteren forschungsmethodischen und hochschuldidaktischen Möglichkeiten sich an die Ergebnisse anschließen können, werden abschließend kurz vorgestellt.