Abstract
Die Entwicklung des bilingualen Sach-Fachunterrichts wird heute ganz entschieden von den Erfahrungen mit best-practice-Vorbildern geprägt. Gegen ältere, allgemein verbreitete Ansichten haben sich im Bereich des CLIL-Modells an der Grundschule die Fächer Mathematik und Naturkunde als besonders geeignete Momente des gleich-zeitigen Erwerbs sprachlicher und fachlicher Kompetenzen erwiesen. Erfahrungen mit diesem Konzept an Grundschulen in der Autonomen Provinz Bozen haben zu curricu-laren Entscheidungen geführt, die Arbeitsaufträge zu zweit vorsehen, die selbststän-dig durchgeführt werden mit anschließendem Austausch der Ergebnisse in Gruppen-arbeit. Das Arbeiten in Kleingruppen und der Austausch unterstreicht das Sprachhan-deln als Moment der Aneignung von Wissen und der Beurteilung der Arbeitsprozes-se. Es geht dabei um Wissen, das Kinder bewegt, mit dem Glücksgefühl des entde-ckenden Lernens, dem Aha-Erlebnis: „Jetzt weiß ich etwas, was ich vorher nicht wuss-te“. Zum erfolgreichen Wissenserwerb kommt in dieser Lern- und Übungsanordnung der Ansporn, das neu erworbene Wissen anderen mitzuteilen.