Abstract
Wie passen Terminologiewissenschaft und Gendern zusammen? Eigentlich gar nicht. Die Terminologiewissenschaft befasst sich mit der Untersuchung von Begriffen und ihren Bezeichnungen in bestimmten Fachgebieten. In diesem Zusammenhang wird das Geschlecht nicht als Merkmal betrachtet, sondern eher als Eigenschaft und ist daher bei der Terminologieerfassung zweitrangig. Die aktuelle Debatte über geschlechtsspezifische Personenbezeichnungen, d. h. sprachliche Formen, die auf einen Agens hinweisen, wie z. B. Berufsbezeichnungen, Amtstitel, akademische Grade, Funktionsbezeichnungen und Rollenbezeichnungen regt dennoch zum Nachdenken darüber an, wie man Personenbezeichnungen in Terminologiedatenbanken erfassen kann. Dieses Tutorium befasst sich mit folgenden Fragen und stellt Lösungsstrategien vor:
* Was bedeutet geschlechtersensible Sprache?
* Welche Personenbezeichnungen sind in der Terminologiearbeit relevant?
* Wie verhält es sich bei Komposita (z.B. Teilnehmerliste) und Mehrwortbenennungen, bei denen Personenbezeichnungen Attribute sind (z. B. Einberufung des Richters)?
* Warum ist der Unterschied von Merkmal und Eigenschaft so zentral?
* Welche Möglichkeiten gibt es, Personenbezeichnungen in der Datenbank darzustellen?
* Welche Datenkategorien müssen dafür berücksichtigt werden?
* Worauf ist bei mehrsprachiger Terminologiearbeit zu achten?