Abstract
Bier ist fixer Bestandteil Südtiroler Kultur. Bis zur Teilung Tirols 1919 gab es in Südtirol ein lebendiges Brauereiwesen. Heute setzen 17 Handwerksbrauereien diese Tradition erfolgreich fort. Sie verleihen der Südtiroler Bierkultur Vielfalt und Qualität. Die Nachfrage nach heimischem und handwerklich gebrautem Bier wächst. Die Wertschöpfungskette mit ihren verschiedenen Arbeitsschritten von der Rohstoffbeschaffung bis zur Vermarktung bietet den Handwerksbrauern und ihren Zulieferbetrieben wirtschaftliche Entwicklungschancen. Sich dafür Kompetenzen in der Region zu sichern, macht unabhängig und schafft Innovationskraft entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Südtirol war schon in der Vergangenheit bekannt für seinen Getreideanbau. Die Nachfrage nach Braugerste könnte diese Tradition in Ansätzen wiederbeleben. Dazu bräuchte es allerdings eine Mälzerei. Denn derzeit wird Braugerste für Biere mit dem Südtiroler Qualitätszeichen zum Mälzen nach Bayern und wieder zurück transportiert. Der Produktionsschritt Mälzen fehlt also, die regionale Wertschöpfungskette zu schließen. Dafür Lösungsansätze zu diskutieren und Rahmenbedingungen abzustecken, eine Mälzerei in Südtirol zu gründen, ist Ziel des Workshops. Das würde den Weg frei machen, größere Mengen Bier aus regionalen Rohstoffen unter dem Qualitätszeichen Südtirol zu vermarkten.