Abstract
Mehr als 100 Jahre nach der formellen Annexion Südtirols durch Italien und 50 Jahre nach dem Inkrafttreten des Zweiten Autonomiestatus ist es an der Zeit, das politische System Südtirols in seinen Spezifitäten zu diskutieren und die Beziehungen zu Italien und zu Österreich zu beleuchten. Schwerpunkt der Lehrveranstaltung sind die Konkordanzdemokratie und ihre politisch-institutionellen Merkmale, das Parteiensystem Südtirols, sowie Politikgestaltung unter diesen besonderen Rahmenbedingungen. Wir bearbeiten dabei u.a. den Schutz der deutschsprachigen und ladinischen Minderheit, das Zusammenleben der drei Sprachgruppen, die politischen Parteien in Südtirol, das Wahlsystem und die Konkordanzbestimmungen im politischen System. Gleichzeitig werden auch aktuelle Politikfelder wie EU-Integration, grenzüberscheitende Zusammenarbeit, Migration und die Covid-19 Pandemie diskutiert. Ähnliche territoriale Situationen innerhalb Westeuropas werden in vergleichender Art und Weise eingeführt.
Als Lernergebnis können die Studierenden einzelne Teilbereiche des politischen Systems Südtirols detailliert erläutern, sie haben exemplarisch vertiefendes Wissen in unterschiedlichen Teilbereichen erworben und sind in der Lage, sich in andere Teilbereiche selbständig einzuarbeiten. Zudem haben Studierende einen vergleichenden Überblick über ähnliche substaatliche Realitäten erhalten und können das theoretisch erworbene Wissen auf ähnliche Kontexte in Grenzregionen und in Regionen mit sprachlichen oder kulturellen Besonderheiten anwenden.