Abstract
Short Abstract:
Bio-ökonomische Business-Modelle zur Inwertsetzung von Holz und Nicht-Holz-Produkten tragen nachhaltig zum sozioökonomischen Mehrwert ländlicher Regionen in Berggebieten sowie zum Klimaschutz durch energetische und stoffliche Substitutionseffekte bei.
Abstract:
Die Einführung der Holz-Charta 2015 -2020 in Südtirol trägt zur nachhaltigen Mobilisierung der Ressource Holz und zum Klimaschutz bei und belebt mit dem sozioökonomischen Mehrwert für die ansässigen Betriebe und Arbeitnehmer die Region. Um die Vielfältigkeit der Inwertsezung aufzuzeigen, wurde die Wertschöpfungskette für verschiedene Holzverarbeitungsketten in Südtirol und zum Vergleich für Nicht-Holz-Produkte aus dem Dinarischen- und Balkangebirge - gemäß dem Verarbeitungsprozess – Akteur für Akteur, stufenweise analysiert. Je nach Verfügbarkeit an Daten kann über die direkte oder indirekte Methode die Nettowertschöpfung pro Akteur inklusive Zulieferbetriebe über die Kostenarten: Personal, Fremdkapitalzinsen, Gewinn und Steuern bestimmt werden. Aus der Summe der Einzelbeiträge leitet sich dann die gesamte Wertschöpfung der Produktionskette ab (Haller, 1997). Damit Wertschöpfungskonzepte zur Resilienz einer Region und als probates Mittel gegen Schrumpfung beitragen, ist vorauszusetzen, dass die Verarbeitungs- und Veredelungsprozesse wettbewerbsfähig sind. Das lässt sich durch technische Innovation, wie im Fall einer Holzplattenproduktion erreichen, wodurch Skalenvorteile gegenüber internationalen Mitbewerbern um heimisches Rundholz kompensiert werden. Anders die Nicht-Holz-Produkte aus Zentralserbien; hier entsteht der Mehrwert durch den Export in hochpreisige Märkte. Demgegenüber funktioniert die Marktfähigkeit der Strategie, autarke Wärmeversorgung eines Tals durch eigenes Hackgut, auf der öffentlichen Subventionierung des erneuerbaren Energiesektors. Die Geschäftsmodelle der Holzhaus- oder Möbelproduktion setzen stattdessen auf sehr spezialisierte bzw. hochpreisige Marktnischen. Beachtenswert ist, von diesen Beispielen zu lernen, welche Dimension die regionale Wertschöpfung je m³ Rundholz bei zunehmendem Veredelungsgrad erreicht. Ausgehend von der Hackguterzeugung (102,6 €/m³) steigert sich der Wert in der Plattenproduktion auf 269€/m³ bzw. den konstruktiven Holzbau auf 309 €/m³ und erreicht zur Herstellung von Massivholzmöbel sein Maximum bei 1.154 €/m³ (Oberegger et al., 2014). Demnach liegt es vor allem an den waldbaulichen Maßnahmen, einen hohen Anteil an hochwertigen Rundholzsortimenten zu ernten und damit den Grundstein zur Ausschöpfung des regionalen Wertschöpfungspotenzials zu legen. Zudem leistet, neben der natürlichen CO2-Senke, die Einhaltung der Nutzungskaskade – zuerst stoffliche dann energetische Verwertung – einen maßgeblichen Beitrag zum Klimaschutz: einmal durch die langfristige Bindung des Kohlenstoffs in Holzkonstruktionen oder Möbel aber auch durch die stoffliche oder energetische Substituierung von klimaschädlichen Baustoffen oder fossilen Brennstoffen.