Abstract
"Politik der Nachhaltigkeit", so lautet der Titel des von Karl-Werner Brand herausgegebenen dritten Bandes der Reihe "Global zukunftsfähige Entwicklung - Perspektiven für Deutschland". Er präsentiert sich in demselben, an das Blau griechischer Inseln erinnernden Cover, wie schon die beiden vorherigen Bände. Eine weitere Gemeinsamkeit: auch im Titel des dritten Bandes findet sich ein Derivat des kleinen, bedeutenden Wortes Nachhaltigkeit. Zur Erinnerung: auch im Titel des ersten und zweiten Bandes, "Nachhaltige Entwicklung integrativ betrachtet" (verfasst von Jürgen Kopfmüller et al.) und "Forschungswerkstatt Nachhaltigkeit" (hrsg. von Armin Grunwald et al.) wurde zugunsten der Nachhaltigkeit auf die Zukunftsfähigkeit verzichtet. Ein Zufall? Oder die Folge einer kontinuierten Unterstellung? Nämlich der, dass Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit dasselbe bedeuten?
Gleichwohl bleibt ein markanter Unterschied: der dritte Band gibt sich ausgesprochen skeptisch. Er setzt, pointiert gesprochen, weder den (seinerseits schon verhalten formulierten) Steuerungsoptimismus des ersten Bandes fort, der nicht umsonst "Regeln" und "Indikatoren" in seinem Untertitel führt, noch den Gestaltungswillen des zweiten Bandes, der von der "Diagnose" zur "Therapie" übergehen will. Stattdessen geht es um eine "kritische Diskussion", und zwar nicht nur der von "Voraussetzungen" und "Problemen" - selbst die "Chancen" werden einer Revision unterzogen.