Abstract
Mehrsprachigkeit, so der aktuelle Stand der Forschung, ist förderlich für die kognitiven Fähigkeiten, beispielsweise in Bezug auf exekutive Funktionen und das Arbeitsgedächtnis (Gogolin/Klinger 2022: 7). Die Wertschätzung von Mehrsprachigkeit ist im Bildungsverlauf zugleich wichtig für ein Identifizieren mit den jeweiligen Sprachen (Kalkavan-Aydın 2015: 59). Die gelebten Spracherfahrungen wiederum nehmen Einfluss auf die körperlichen und emotionalen Dimensionen: Freude, Schmerz, (Un-)Sicherheit, Scham und Zugehörigkeit (Becker 2023: 32). Die derzeitige Forschungslandschaft kritisiert entsprechend, dass das Konzept eines „vielsprachigen Deutschunterrichts“ (Oomen-Welke 2010) an Schulen nur in Einzelfällen realisiert wird (Festman/Unterluggauer 2021: 19). Die beiden vorliegenden Monografien wirken dem entgegen, indem sie Verbindungslinien aufzeigen zwischen Forschung und Lehre zum Thema Mehrsprachigkeit. Sowohl Buschs wissenschaftliches Fachbuch Mehrsprachigkeit als auch Bryants und Rinkers Studienbuch Der Erwerb des Deutschen im Kontext von Mehrsprachigkeit geben fundierte Einblicke in die Thematik.