Abstract
In dem Beitrag wird – nach einer kompakten Skizzierung der in der praxeologischen Wissenssoziologie fundierten und mit der Dokumentarischen Methode arbeitenden Kindheits- bzw. Kinderperspektivenforschung (Nentwig-Gesemann, 2013; Nentwig-Gesemann, 2023) - anhand von drei exemplarisch ausgewählten empirischen Beispielen, die im Rahmen der sog. Kinderperspektivenstudien (Nentwig-Gesemann, Walther und Thedinga, 2017; Nentwig-Gesemann, Walther, Bakels & Munk, 2021) erhoben wurden, nachvollzogen, welche Erkenntnisse zu freundschaftlichen Beziehungen aus der Perspektive von vier- bis sechsjährigen Kindern im Kontext Kita bzw. Kindergarten rekonstruiert werden konnten. Damit soll ein empirisch fundierter, theoretischer Entwurf gewagt werden, der ermöglicht, besser zu verstehen, was Kinderfreundschaften im Kern zusammenhält, was also – aus Sicht der Kinder selbst – essenzielle Kriterien sind, die das ausmachen, was sie explizit als Freundschaft bezeichnen oder implizit als eine Beziehung beschreiben, die von einer besonderen, sich von der Beziehung zu anderen Kindern unterscheidenden, Qualität gekennzeichnet ist und im positiven Horizont ihres Orientierungsrahmens steht. Abschließend werden die kondensierten Erkenntnisse mit Bezug auf die resonanztheoretischen Überlegungen Hartmut Rosas (2016) reflektiert.