Abstract
Der Beitrag gibt auf der Basis empirischer Befunde sowie Erfahrungen aus über zwei Jahren Projektlaufzeit des drittmittelgeförderten Projekts „IGEL – Integration geflüchteter Lehrkräfte in die Lehrer*innenausbildung“ konkrete Einblicke in die Erfahrungswelten der Teilnehmenden im Studium. Es zeigt sich, dass die Adaption an die Studienanforderungen und die schrittweise Eingewöhnung in den universitären Habitus individuell verschieden ausfallen und die Lehrkräfte in ihren Ergänzungsstudien keineswegs als homogene Gruppe darzustellen sind. Ausgehend von den Befunden wird auch diskutiert, an welchen Stellen eine künstlich vorgenommene Homogenisierung der Gruppe zugunsten der Weiterentwicklung unterstützender Förderprogramme hilfreich ist und wo sie hingegen die Gefahr birgt, eine latente Bewertung als ‘besonders unterstützungsbedürftig‘ und damit ungewollt eine negative Diskriminierung hervorzurufen. Aufgezeigt wird die Notwendigkeit einer gemeinsamen Reflexionsleistung von Drittmittelgebern und Hochschulen, wie sich Internationalisierung und Integration mit sich diversifizierenden Adressatengruppen für die Zukunft strukturell beantworten lässt.