Abstract
Graphic Novels sind grafische Romane, in denen Bilder und Texte aufs Engste miteinander verflochten sind. Wenngleich sie in der medialen (Kinder-)Kultur einen bedeutenden Raum einnehmen, zählen sie bislang nicht zu den üblichen Unterrichtslektüren. Der folgende Beitrag zeigt, dass das die Grenzen der Sprache überschreitende Erzählen in Graphic Novels eine gute Möglichkeit darstellt, an die mediale Vielfalt kindlicher Rezeptionserfahrungen anzuknüpfen und symbolische Verstehensprozesse auf unterschiedliche Weise anzuregen.
Zunächst stellt Jeanette Hoffmann ihr Forschungsprojekt „Erzählen in Texten und Bildern“ vor, indem sie aus theoretischer Perspektiven die Unterscheidung von Literalität und Literarität für die Aneignung von Text-Bild-Narrationen fruchtbar macht (Abschnitt 2), das Design der Studie und eine ausgewählte Graphic Novel skizziert (Abschnitt 3) sowie anhand von Vorlese- und Bildbetrachtungsgesprächen unter Grundschulkindern die Rezeptionsanforderungen des grafischen Erzählens ausdifferenziert (Abschnitt 4). Hieraus formuliert Carolin Führer lese- und literaturdidaktische Anschlüsse (Abschnitt 5), abschließend halten beide Autorinnen die noch offenen Fragen fest (Abschnitt 6).