Abstract
Der Nachhaltigkeitsbegriff ist so eng mit der ökologischen Säule verknüpft, dass es nicht einfach ist, die beiden anderen Säulen getrennt davon zu behandeln. Dennoch soll der Fokus hier vor allem auf dem wirtschaftlichen Aspekt liegen, ohne ökologische und soziale Faktoren ganz außer Acht zu lassen. Wie es um die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Südtiroler Landwirtschaft steht, soll die Beantwortung folgender drei Fragen zeigen: (1) Sind die landwirtschaftlichen Betriebe solide finanziert, sodass sie mittelfristig auf festen Beinen stehen? Das Gegenteil von nachhaltig wäre in diesem Fall entweder eine problematische Verschuldung oder die Unterlassung fälliger Investitionen, die aus den laufenden Einnahmen nicht finanziert werden können. (2) Reichen die Einnahmen aus, um die anfallenden Kosten sowie die Abschreibungen zu decken, und bleibt ein hinreichender Nettoertrag zur Abgeltung der familiären Arbeitskraft übrig, sodass die Familie davon leben kann und die Übernahme des Hofes für die nächste Generation attraktiv bleibt? (3) Verfügt der Hof über genügend Reserven, um die in der Landwirtschaft üblichen Schwankungen von Ernteertrag und Produktpreisen abzufangen und außerordentliche Ereignisse - Seuchen bei Pflanzen, Tieren und Menschen - überstehen zu können?