Abstract
Der Beitrag basiert auf dem Forschungsprojekt „Rahmenplan für frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung in Südtirol“, das ein Aktionsforschungsprojekt ist. In dem geplanten Artikel werden zwei inhaltliche Stränge verfolgt. Zunächst soll das methodische Design des partizipativen Forschungsprojektes dargestellt werden, das auf einer Methodentriangulation aus Ethnografie, Fokusgruppen, Workshops und Referenzgruppen basiert. Des Weiteren thematisieren ausgewählte empirische Beispiele Herausforderungen und Entwicklungspotentiale von Mehrsprachigkeit in der Kleinkindbetreuung.
Hierdurch wird die aktuelle Praxis der Unterstützung von Mehrsprachigkeit in den Kleinkindbetreuungsdiensten (für 0-3-jährige Kinder) in Südtirol sichtbar. So zeigt sich, dass Kinder bereits im frühen Kindesalter Resonanzräume für verschiedenen Sprachen aufbauen, sofern die pädagogische Gestaltung des Angebotes ihnen diese Möglichkeit anbietet. Im Alltag der Kleinkindbetreuungsdienste gestaltet sich dies so, dass verschiedene (Familien- und/oder Landes-)Sprachen in den Interaktionen zwischen den Fachkräften und den Kindern sowie unter den Kindern aktiv verwendet werden und den Kindern eine pädagogische Umwelt zur Verfügung steht, in der sie selbstständig zwischen den Sprachangeboten wechseln können. Dies führt zum Erleben von Selbstwirksamkeit im Umgang mit Sprachen.