Abstract
Dieser Beitrag vergleicht die Verwendung von weil-Sätzen in Texten von immersiv und nicht-immersiv Deutschlernenden in Südtirol. Die Studie, die auf Korpus-Daten aus der mehrsprachigen italienischen Provinz Südtirol basiert, zeigt, dass weil-Sätze in beiden Lernsituationen ein Muster aufweisen, das sie von anderen durch Subjunktion eingeleiteten Nebensätzen unterscheidet. Es sind häufiger Verbzweitsätze (V2) feststellbar als z. B. bei wenn-Sätzen. Die Daten zeigen ein unterschiedliches Variationsspektrum für die beiden Lernsituationen. Im Immersionsfall treten nur Verbletzt- (VL) und V2-Sätze auf, während bei nicht-immersiv Lernenden auch Systemfehler auftreten. Deutschlernende Schüler/-innen sind im Immersionsfall mit Schüler/-innen mit Deutsch als Erstsprache in der Verteilung von VL- und V2-Sätzen vergleichbar, während nicht-immersiv Lernende sich von beiden Gruppen klar unterscheiden.