Abstract
Für Unternehmen, die bei der Produktion hohe Ansprüche an Umwelt- und soziale Aspekte stellen, bedeutet der mineralische Rohstoffsektor eine besondere Herausforderung. Dies gilt jedoch nicht nur für die Unternehmen, sondern für alle Stakeholder des Sektors. Denn einerseits ist die Branche hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Vergehen berüchtigt, andererseits ist unsere Gesellschaft aktuell auf Primärrohstoffe angewiesen, da die Recyclingquoten keinesfalls ausreichend sind. Weiterhin werden mineralische Rohstoffe aufgrund ihrer Qualität gehandelt. Das bedeutet, dass Informationen zu Herkunft, Umständen der Förderung und Aufbereitung nicht generell in der Lieferkette kommuniziert werden bzw. im Zuge der globalen Verarbeitung verloren gehen. Als Antwort darauf ist in den letzten Jahren eine Vielzahl freiwilliger Standards für mineralische Rohstoffe entstanden.1 Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt zur nachhaltigen Gewinnung von mineralischen Rohstoffen (NamiRo) mit der Akzeptanz dieser Standards. In diesem Artikel werden zwei zentrale Ergebnisse vorgestellt: Zum einen präsentieren wir Ergebnisse aus einer Umfrage, welche darauf schließen lassen, dass die Stakeholder die Standards teilweise falsch einschätzen. Zum anderen bieten wir eine Typisierung und drei Transformationspfade zur Ableitung von Empfehlungen. Der Schluss kommentiert und verbindet die Ergebnisse.