Abstract
Im Windschatten der großen Nationalsprachen Italienisch und Deutsch, die jeweils ihre eigenen Schulen in der Autonomen Provinz Bozen-Bolzano (Italien) haben, hat sich die Sprachminderheit der Ladiner ein drittes Schulsystem geschaffen, das zunehmend zum Vorzeigemodell für gelingende mehrsprachige Bildung geworden ist. Durchgängig werden in den ladinischen Kindergärten und Schulen über alle Schulstufen hinweg neben Italienisch und Deutsch auch die Minderheitensprache(n) Ladinisch (Gadertaler Idiom) und Ladinisch (Grödner Idiom) so gefördert, dass die Ladiner am Ende ihrer Schullaufbahn stabil dreisprachig sind. Dieser Ansatz könnte nun auch für das zweisprachige Lernen in den italienischen und deutschen Schulen Südtirols und darüber hinaus fruchtbar gemacht werden.