Abstract
Die künstlerische Praxis ist in der Moderne ein „Praktizieren der Struktur“ (Roland Barthes) und deshalb mit dem Strukturalismus als einer Entwicklung von Wissenschaft und Philosophie eng verbunden. Der Text geht diesen Verbindungen nach und führt dabei wesentliche strukturalistische Kategorien ein. Strukturalistisches Denken und eine strukturale Praxis verleihen der Kunst eine größere Abstraktionsfähigkeit. Das lässt sich in neuen diskursiven Methoden, die über das traditionelle Werk hinausreichen, erkennen. Allerdings trägt diese neue „zentrifugale“ Praxis auch dazu bei, dass sich die Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Kunst und Alltag mehr und mehr auflösen.