Abstract
Wie lange muss ein Mensch arbeiten um Geld für das tägliche Überleben verdienen zu können, wenn er pro Kilo geernteter Zitrusfrüchte 2 Cent erhält – sofern er diesen „Lohn“ überhaupt erhält, was nicht immer sicher ist und was er auch nicht einklagen kann?
In der landwirtschaftlichen Produktion Europas werden illegalisierte Migrantinnen und Migranten zunehmend in Arbeitsverhältnisse gedrängt, die von Prekarisierung und Ausbeutung geprägt, eine neue, moderne Form der Sklaverei in Europa etablieren. In diesem Beitrag soll am Beispiel der landwirtschaftlichen Produktion im italienischen Süden der Frage nach Alternativen für diese Verhältnisse nachgegangen werden.
Können solidarökonomische Praktiken und Organisationsformen Alternativen zur Ausbeutung migrantischer Arbeitskräfte bieten? Und welche Voraussetzungen müssten dafür gegeben sein? Als Lösungsansätze sollen insbesondere die Potenziale des Genossenschaftswesen, der solidarischen und sozialen Landwirtschaft und Ansätze der Gemeinwesenentwicklung diskutiert werden. Alle diese Lösungsansätze bleiben jedoch hypothetisch, solange Menschen unter den Bedingungen der Migrationspolitik der EU-Mitgliedstaaten in die Illegalität gezwungen werden