Abstract
Schreibkompetenzen stellen Schlüsselkompetenzen für den Erfolg in Schule, Studium und Beruf dar. Als (schreib-)kompetent gilt, wer sich in unterschiedlichen sprachlichen Handlungsfeldern unauffällig zu bewegen vermag. Im schulischen Kontext ist der Erwartungshorizont situations-adäquater (schriftsprachlicher) Handlungsfähigkeit eng an den Begriff der Bildungssprache ge-koppelt, die sich u.a. durch Merkmale konzeptioneller Schriftlichkeit auszeichnet.
Das impliziert, dass ein/e kompetente/r Schreiber/in nicht nur die jeweils angemessene Sprachwahl trifft und sich in der gewählten Sprache entsprechend den lexikogrammatischen Regeln und der idiomatischen Musterhaftigkeit sicher bewegt, sondern auch, dass er/sie das je passende diasystematische Register wählt. Er/sie ist außerdem in der Lage, sich bewusst für einen mehr oder weniger distanz- oder nähesprachlichen Duktus zu entscheiden.
Ziel des Beitrags ist es aufzuzeigen, ob und inwiefern sich Merkmale ausgewählter Ebenen einer solchen inneren mehrsprachigen Kompetenz auf Schülerkohorten im deutschen Sprach-raum ein Jahr vor der Hochschulreife verteilen, und zu diskutieren, welche Schlussfolgerungen sich daraus für die schulische Bildungswelt ableiten lassen.