Abstract
Der Beitrag untersucht anhand von Archiv- und Bildquellen den Wiederaufbau der 1915 durch italienischen Beschuss kriegszerstörten Sextner Ortskerne von St. Veit und Moos und fragt nach Planungsprozessen, den architektonischen Richtlinien, den Akteuren und Finanzierungen. Nach einem Blick auf die Vorgeschichte und Zerstörung des Ortes wird zunächst der Darstellung der Ruinenstätte als Metapher für die Barbarei des Feindes sowie der damit verknüpften propagandistischen Absicht, Sexten als typisches deutsches Tiroler Dorf und als architektonisches Bollwerk gegen Italien wiederaufzubauen, nachgegangen. Wie und von welchen Akteuren dieses Statement der kulturellen Zugehörigkeit zu Österreich realisiert wurde, wird anhand von bislang kaum ausgewerteten Quellen dargelegt.