Abstract
Zeit scheint in modernen Gesellschaften zu einem raren Gut geworden zu sein. Viele Menschen empfinden eine tiefe Sehnsucht nach Zeit und möglicherweise auch nach Aufmerksamkeit. Der Beitrag wirft einen Blick auf dieses Empfinden, verankert es in den Dynamiken moderner Gesellschaften und ordnet es in den Kontext der touristischen Reise ein. Es wird erörtert, in welcher Beziehung die touristische Reise zu den Sehnsüchten nach Zeit und Aufmerksamkeit steht, inwiefern sich die Reiselust daraus nährt und ob der Tourismus diese Sehnsüchte befriedigen kann. Der Essay bietet keine finalen Antworten, sondern präsentiert sieben Thesen, welche das Spannungsfeld zwischen Gesellschaft und touristischer Reise rund um diese Sehnsüchte nach Zeit und Aufmerksamkeit festhalten sollen. Zudem werden praktische Implikationen für die Touristik diskutiert.