Abstract
Immer deutlicher tritt zutage, dass flächendeckendes Wachstum kaum möglich ist: Während manche Zentren schnell wachsen, reduzieren sich in anderen Gebieten die Möglichkeiten und Ressourcen rapide – Wachstum und Schrumpfung existieren nebeneinander. Für die Gesellschaft bedeutet dies, dass zu den bekannten Herausforderungen des Zuwachses, etwa in der Raumordnung, neue Probleme hinzukommen: die des Rückbaus und der Reduzierung. Diese Tatsache erfordert eine gesellschaftliche und politische Debatte über Strategien für schrumpfende Räume.
Der Sammelband ist das Ergebnis einer von dem Institut für Regionalentwicklung der Europäischen Akademie Bozen organisierten Fachtagung zum Thema „Rückbau & Resilienz. Von Wunsch und Wirklichkeit schrumpfender Orte & Regionen“. Das Ziel liegt darin, Schrumpfung und Rückbau als einen Teil einer Entwicklung und weniger als das Gegenteil von Wachstum zu thematisieren. Es geht darum, den Begriff „Qualität“ neu zu denken und Schrumpfung als strategische Entwicklungsalternative zu begreifen. Nur mit diesem Bewusstsein können Schrumpfungsprozesse aktiv gestaltet und sinnvolle Maßnahmen des Rück- und Umbaus entwickelt werden.
Die auf der Fachtagung präsentierten Forschungsinhalte und Best Practice Beispiele wurden um weitere Beiträge ergänzt und in dem vorliegenden Band publiziert. Die Beiträge aus Forschung und Praxis sollen zu einer Sensibilisierung der Gesellschaft für diese räumlichen Entwicklungen beitragen und gleichzeitig aufzeigen, dass Herausforderungen und Probleme der Schrumpfung aktiv gestaltet werden können und müssen. Schrumpfung und Rückbau können eine Chance für die Neuausrichtung und Neupositionierung von Regionen und Destinationen als Lebens- und Erlebnisräume sein. Vor diesem Hintergrund richtet sich der Sammelband sowohl an Akteure aus Wirtschaft und Politik, die durch die hier dargestellten Praxisbeispiele motiviert werden sollen, die Entwicklungsprozesse aktiv anzugehen als auch an Wissenschaft und Forschung in den Bereichen der Regional- und Destinationsentwicklung, sich dem Thema anzunehmen, noch offene Fragestellungen aufzugreifen und es dadurch weiterzuentwickeln.